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#1

DAS LEBEN IST EIN GÄNSESPIEL

in SPIRITUELLE VERBINDUNGEN 17.05.2009 12:37
von Licita • 411 Beiträge

GÄNSE, TEMPLER UND ERLEUCHTUNG


Seit jeher lesen sowohl Michael als auch ich gerne historische Romane, die sich mit bestimmten Themen beschäftigen. Dazu zählen unter anderem Ägypten und die Pharaonen, die Artussage, die Templer und ähnlich gelagerte Geschichten. Es ist interessant nachzuvollziehen, in wievielen Variationen ein und dieselbe Thematik behandelt und schlüssig dargestellt werden kann. Jeder Autor hat seinen besonderen Blickwinkel, jeder unternimmt seine eigenen Recherchen, jeder hat seine eigenen Inspirationen. So läßt sich - wenn man viele verschiedene Romane zu demselben Thema liest, ein eigenes Bild entwickeln, dass in unsere eigene Vorstellungswelt hineinpasst. So schult man das Fühlen und die eigene Weltsicht.

Im Laufe der Jahre war uns klargeworden, dass die Auswahl der Themen natürlich auch mit uns selbst, unserem seelischen Entwicklungsweg und unserer Aufgabe hier auf Erden zusammenhing. Denn nicht zufällig beinhalten die benannten historischen Epochen, die oft ans mythenhafte grenzen, wesentliche Meilensteine auf dem Weg der Menschheitsentwicklung, in denen auch wir inkarniert gewesen waren bzw. aus denen wir wichtige Impulse für unser heutiges Wirken bezogen. Aus der übergeordneten Sichtweise, die außerhalb des linearen Zeitverlauf die Geschichte verfolgt, ist es nur sinnvoll, an bestimmten Abschnitten Horte des Wissens zu positionieren, damit dieses über die Jahrtausende bewahrt und im entscheidenden Moment zur Verfügung gestellt werden konnte.

Jetzt ist die Zeit, in der wir auf dieses Wissen nicht nur als Eingeweihte zurückgreifen können, sondern in der es der gesamten Menschheit zur Verfügung gestellt wird. Dieser Prozess des Wandels durchlief eine lange Phase der Vorbereitung, die weit über hundert Jahre andauerte und vormals geheime Lehren aus ihren verstaubten Kammern befreite. Viel zu viele Seelen sind immer noch damit beschäftigt, zu hüten und zu bewahren, weil sie sich so sehr in dieser Rolle verfangen haben. Doch es ist Zeit, alle Grenzen zu sprengen. Wer aufmerksam die Ereignisse verfolgt, wird erleben, wie sich heute altes Wissen mit neuen Channelings vermischt. Wie die neuen Quellen immer ergiebiger sprudeln, oft sogar kostenlos und frei zugänglich. Es ist also eine kosmische Initiative, die auf mehreren Ebenen erfolgt. So bleibt gewährleistet, dass das alte Wissen nicht monopolisiert werden kann und dass andererseits das neue Wissen auf dem vorhandenen aufbaut. Das ist von großer Bedeutung, haben sich doch die Energien grundlegend gewandelt, und ist nicht alles überkommene Wissen für heute noch anwendbar. Die Kernaussage jedoch bleibt erhalten.

Durch das synchronistische Zusammentreffen mehrerer Umstände traten die Templer seit kurzem wieder deutlicher in mein Leben. Wir hatten bereits in vergangenen Jahren mehrere Berührungspunkte mit ihnen. Einmal hatte ich sogar eine Vision, in denen ich mich als Tempelritter erlebte, ausgestattet mit großer Macht und über immensen Reichtum verfügend. Auch wenn die Templer an jenem besagten Freitag dem 13. Oktober 1307 - der jene Angst vor Freitag dem 13. ins Bewusstsein des christlichen Abendlandes prägte - das Ende einer Ära erlebten, so bedeutete dies dennoch nicht das Ende ihrer Mission. Was für die Templer in der heutigen Zeit gilt, gilt gleichermaßen für alle, die sich dem Hüten und Bewahren verschrieben haben: Es ist Zeit freizugeben, um den Neubeginn zu ermöglichen. Sonst wird die Entwicklung die Hüter und Bewahrer überholen und den Sinn ihres jahrhundertelangen Wirkens zunichte machen. Ich kann die Faszination, die in all diesen Geheimnissen liegt, durchaus nachvollziehen, und zwar sowohl aus der einen wie aus der anderen Perspektive. Niemals aber würde ich auch nur einen Millimeter wieder zurückgehen auf dem Weg in die fünfte Dimension, ins vielbeschworene Goldene Zeitalter.

Die Art und Weise, altes Wissen zu bewahren und versteckt immer wieder zugänglich zu machen, war vielfältig. Darauf wurde ich dieser Tage bei der Lektüre eines spannenden Romans erneut hingewiesen: IACOBUS von Matilde Asensi.
Die Handlung des Buches war spannend und kenntnisreich geschrieben. Sie beschäftigte sich mit dem Verbleib der Schätze des untergegangenen Templerordens. In diesem Buch wurde ein "Gänsespiel" nicht nur erwähnt, sondern ausführlich beschrieben als Gleichnis auf das Leben, als Quell der Weisheit und der Initiation:


"Aus seiner Gürteltasche holte der Alte einen kleinen Beutel und ein quadratisches Stück Stoff hervor, das er sorgfältig auf dem Tisch ausbreitete. Jonas richtete sich etwas auf und warf mit halb geschlossenen Lidern einen schnellen Blick darauf. Auf dem Leinen war eine Spirale mit dreiundsechzig, mit schönen Emblemen verzierten Feldern abgebildet. Sorgsam knüpfte Niemand den Beutel auf und holte ein Paar Würfel aus Knochen sowie mehrere, verschiedenfarbig angemalte Holzsteine heraus.
»Welchen hättest du gern?« fragte er Jonas.
»Den grünen.«
»Und Ihr, Don Galcerán?«
«Zweifellos den blauen«, entgegnete ich lächelnd und setzte mich bequemer hin, um das Spielfeld gut im Blickfeld zu haben. Jonas tat es mir nach. Brettspiele haben mir immer schon gefallen, und zu meinem Glück erlaubte der Hospitaliterorden (im Gegensatz zu den meisten anderen Orden) diese Spiele, ja er ermunterte regelrecht dazu. In meiner Jugend war Schach eine meiner größten Leidenschaften gewesen, und während meines Studiums in Syrien und Damaskus fand ich großen Gefallen daran, lange Partien Ejcalera Real de Ur oder Dame auszufechten. Jenen Zeitvertreib aber, den Niemand uns vorschlug, hatte ich noch nie zuvor gesehen, was wirklich seltsam war, da ich fast alle Brettspiele kannte (zumindest jene, die man im Orient spielte).
»Ich werde den roten Stein nehmen«, verkündete Niemand. »Nun, dies ist eines der Lieblingsspiele der Jakobspilger. Es heißt das Gänsespiel und besteht darin, daß man so viele Felder vorrückt, wie man Augen gewürfelt hat. Es gewinnt derjenige, welcher zuerst das letzte Feld erreicht.«
»Und das war's schon?« fragte Jonas abfällig und lehnte sich zurück.
»Es ist nicht so einfach, wie es aussieht, mein junger Garcia. In diesem Spiel gibt es viel, was begeistern kann. Gewinnen ist nicht das Wichtigste. Was zählt, ist die Ausdauer, bis zum Ziel zu gelangen. Du wirst schon sehen.«

Niemand stellte unsere drei Spielsteine neben das erste Kästchen, die Nummer eins, und würfelte. Vermutlich barg das Gänsespiel wie jedes andere Brettspiel auch, auf dem eine Strecke abgebildet war, irgendeine alte Initiationsbedeutung. Dieser wunderbare Vogel war in uralten und längst vergessenen Zeiten eine wohltätige Gottheit gewesen, welche die Seelen auf ihrer Reise ins Jenseits begleitete. Und es war ebenfalls ein Schwarm Gänse gewesen, welcher die Bürger Roms vor den heranrückenden Barbaren warnte und so die Stadt rettete. Die Ägypter beispielsweise hatten eine Redewendung, »von Gans zu Gans«, um die umgekehrte Reise der Reinkarnation vom Tod zur Geburt zu bezeichnen, denn dieser Vogel führte die Seele von einem zum anderen. Der feste Wille, das Ziel zu erreichen, von dem Niemand gesprochen hatte, mußte zweifellos eine Metapher der Hartnäckigkeit sein, die nötig war, um die lange und schwierige innere Reise zur Initiation zu bewältigen, welche das Spielfeld bildlich darzustellen versuchte. Alle neun Felder (jene mit den Ziffern 9, 18, 27, 36, 45, 54 und 63) sah man einen der heiligen Schwimmvögel, deren Fuß das Symbol der Eingeweihten war; auf den Feldern 6 und 12 erschienen Brücken; auf der 26 und der 53 ein Paar Würfel; auf der 31 ein Brunnen; ein Labyrinth auf der 42 und auf der 58 der Tod.
Niemand würfelte sieben Augen, Jonas drei und ich zwölf, weshalb ich anfangen durfte. Die Würfel zeigten nun fünf Augen.
»Da Ihr bei Eurem ersten Zug eine Fünf erreicht habt«, erklärte Niemand lächelnd, »dürft Ihr direkt bis zur 53 ziehen und nochmals würfeln.«
»So ein Unfug«, spottete Jonas.
»So sind nun mal die Spielregeln, mein Junge«, schnauzte Niemand ihn mit ernstem Gesicht an. »Auch im wirklichen Leben gibt es Glücksfälle.«
Ich nahm die Würfel und würfelte noch einmal: sechs und vier, insgesamt also zehn Punkte. Mit nur zwei Würfen war ich direkt ans Ziel gelangt!
»Das gilt nicht! Ich habe ja noch gar nicht gespielt!« protestierte der Junge und schaute ungläubig auf meinen Spielstein in der Mitte.
»Ich habe dir doch schon gesagt«, erklärte Niemand ihm geduldig, »daß so nun einmal die Spielregeln sind. Wenn dein Vater mit so viel Glück bis ins Ziel gekommen ist, wird das seinen Grund haben. Zufälle gibt es nicht. Ihr, Don Galcerán, habt das Ziel schon erreicht, Ihr habt die Strecke auf schnellstmögliche Weise zurückgelegt. Denkt darüber nach. Jetzt bin ich dran.«
Er schüttelte die Würfel mit beiden Händen und warf sie auf den Tisch. Die Knochen zeigten eine Sechs und eine Eins, insgesamt also sieben Augen.
»Habt Ihr bemerkt, daß die gegenüberliegenden Punkte eines Würfels immer die magische Zahl Sieben ergeben?« fragte er, während er seinen Spielstein auf die Figur eines Fischers setzte.
»Jetzt bin ich an der Reihe ...«, rief Jonas und schnappte sich die Würfel. Er bekam eine Drei und eine Vier.
»Ebenfalls sieben!« rief er aus und stellte seinen neben Niemands Stein.
»Nichts da, Garcia«, sagte dieser und stellte das grüne Holzstück zurück. »Wenn ein Spieler beim ersten Würfeln den Zug des anderen wiederholt, bleibt er auf dem ersten Feld stehen. Also wieder zurück an den Anfang.«
»Das ist ein dummes Spiel! Ich mag nicht mehr!«
»Was du angefangen hast, mußt du auch beenden. Eine Partie darf man nie mittendrin abbrechen wie auch sonst keine Aufgabe oder Pflicht unerfüllt lassen.«
Der Alte schüttelte wieder die Würfel und warf sie aufs
Spielfeld. Vier und sechs, zehn. Wie mein letzter Zug. Dann kam Jonas dran: zwei und eins, also drei. Danach erreichte Niemand mit seinem dritten Zug das Feld mit der Nummer 27, auf dem eine Gans zu sehen war:
»Von Gans zu Gans, ein neuer Tanz. Ich darf noch mal!« rief er vergnügt aus, rückte mit seinem Stein bis zum Häuschen Nummer 36 vor und würfelte erneut. Sechs Punkte. Sein roter Spielstein zog wie ein Blitz zur 42, wo ihn jedoch das Labyrinth abrupt bremste.
»Jetzt muß ich einmal aussetzen und danach bis zum Feld mit der Nummer 30 zurückgehen.«
»Was habt Ihr gerade gesagt?« fragte ich beeindruckt.
»Daß ich einmal aussetzen muß.«
»Nein, davor!«
»Von Gans zu Gans, ein neuer Tanz. Meint Ihr das?«
»Von Gans zu Gans ...« Ich deutete ein Lächeln an. »Kenn Ihr den Ursprung dieses Ausdrucks und seine Bedeutung?«
»Soweit ich weiß«, stammelte er übelgelaunt, »ist es nur ein Spruch dieses Spiels, doch scheint Ihr mehr zu wissen.«
»Nein, nein«, widersprach ich, »ich fand den Reim nur lustig.«
Die Partie zwischen den beiden dauerte noch eine ganz Weile. Mit großem Interesse schaute ich zu, denn das Spiel gönnte demjenigen keine Atempause, der sich nur langsam auf das Ziel zu bewegte: Als Jonas auf die Herberge kam, mußte er zweimal aussetzen; auf dem Feld des Brunnens mußte er warten, bis Niemand ebenfalls reinfiel, um wieder herauszukommen, und schließlich ließen ihn die Würfel sich im Labyrin verirren, während Niemand eine Glückssträhne hatte und »von Gans zu Gans« zum Ziel eilte.
»Gut, das Spiel ist also aus«, bemerkte Jonas und erhob sie »gehen wir. Wenn wir so weitermachen, erreichen wir Logrono nie.«
»Das Spiel ist noch nicht zu Ende, mein junger Garcia, du hast das Paradies noch nicht erreicht.«
»Welches Paradies?«
»Siehst du denn nicht, daß auf dem letzten Feld, dem großen in der Mitte, die Gärten Edens abgebildet sind? Schau dir die Brunnen und Seen, die grünen Wiesen und die Sonne an.«
»Muß ich etwa allein fertig spielen, ohne mit anderen Spielern zu wetteifern?« fragte er überrascht. »Was für ein seltsames Spiel!«
»Ziel des Spiels ist es, zuerst auf dem letzten Feld anzukommen, doch daß dies jemand vor dir geschafft hat, bedeutet noch lange nicht, daß du aufhören darfst. Du mußt deinen eigenen Weg gehen, dich den Schwierigkeiten stellen und sie überwinden, bevor du ins Paradies gelangst.«
»Und wenn ich auf dieses Feld hier komme, das mit dem Totenkopf?« fragte er und deutete mit dem Finger darauf.
»Das Feld Nummer 58 ist das des Todes, doch im Spiel (wie auch im wirklichen Leben, muß ich an dieser Stelle hinzufügen) bedeutet der Tod noch lange nicht das Ende. Wenn du dort draufkommst, kehrst du einfach zum ersten Feld zurück und beginnst wieder von vorn.«
»In Ordnung, ich werde weiterspielen ... aber an einem anderen Tag. Jetzt will ich wirklich aufbrechen.« "

( Matilde Asensi: Iacobus. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, S. 218 ff. )



Mich packte eine fast unerklärliche Neugier, dieses Spiel selbst einmal zu spielen. Die Tatsache, dass das Spiel als Ziel das Paradies - den Garten Eden - hat, war für mich natürlich ein weiterer Anlass, mich intensiver damit zu beschäftigen.
Ich erinnerte mich dunkel, das Spiel vor längerer Zeit in einer Reprint-Ausgabe gesehen zu haben. Damals konnte ich nicht wirklich etwas damit anfangen und hatte es deshalb wieder vergessen. Nun aber war mein Interesse geweckt und ich recherchierte im Internet. Dort entdeckte lauter verniedlichende Ausführungen, die den Fundus an Wissen und Weisheit zu einem reinen Kinderspiel hatten schrumpfen lassen, dessen Regeln von den ursprünglichen abwichen und den eigentlichen Gehalt bis zur Unkenntlichkeit verzerrten. Irgendwie verwunderte mich mein Drang, dieses Spiel zu spielen, denn ich hatte nicht wirklich das Bedürfnis es zu besitzen und fand es auch inhaltlich für mich überholt. Ich erlebte eine göttliche Dichothomie: Wie sehr ich mich irrte und gleichzeitig dennoch recht hatte, führte uns unser himmlisches Team in einer lustigen Begebenheit vor Augen.

Kürzlich waren wir mit einer Freundin unterwegs, um an einer nachmittäglichen Veranstaltung teilzunehmen. In der Einladung war auch ein besonderer Imbiss angekündigt worden. Da wir im besten Sinne neu-gierig sind, nahmen wir an dem Ereignis teil, bemerkten jedoch die ungewohnt unbalancierten Energien vor Ort. Wir scherten uns nicht darum, besichtigten, was zu besichtigen war, erlebten, was zu erleben war, und beschlossen, uns wieder auf den Heimweg zu machen, nachdem zu unserem Erstaunen die verheißene kulinarische Rarität ohne Erklärung entfiel. Wir sagten uns, dass es damit wohl seine eigene Bewandnis haben müsse, die wir nicht ergründen konnten noch wollten.

Da sich nun aber zum Appetit ein leichter Hunger gesellte, beschlossen wir, die ausgefallene Mahlzeit bei uns nachzuholen. Auf dem Heimweg mussten wir die U-Bahn-Linie wechseln. Der Bahnhof hatte direkten Zugang zu einem Kaufhaus, und mir fiel ein, dass ich ja auf der Suche nach einem bestimmten Spiel war: dem GÄNSESPIEL.

Es fiel mir nicht schwer, meine beiden Begleiter zu motivieren, im Kaufhaus danach Ausschau zu halten. Aus der U-Bahn kommend, mussten wir zuerst die Lebensmittelabteilung durchqueren. Ohne es darauf abgesehen zu haben, wurden wir zu einem Stand geführt, an dem wir Melonen verkosten durften, die sehr lecker schmeckten. Das zog uns ins Innere der Abteilung. Die nächste Station war ein Stand mit fünf verschiedenen reinen Fruchtsäften, die wir einen nach dem anderen probierten. Erstaunlich war die Vielfalt, die uns dargeboten wurde. Drei Schritte weiter erwartete uns schon eine große Pfanne mit zwei verschiedenen Kartoffelgerichten, die wir uns natürlich auch nicht entgehen ließen, zumal am Nachbarstand noch Oliven zur Verkostung bereitlagen. Derart gesättigt (bei den geringen Mengen, die ich noch zu mir nehme, war das eine komplette Mahlzeit für mich), streiften wir weiter durchs Haus, um in der Spielwarenabteilung nach dem Spiel zu fragen. Man kannte dort das Spiel gar nicht, obwohl ich im Internet gesehen hatte, dass verschiedene Verlage es anbieten. Aber offensichtlich ist es selten nachgefragt und daher eine Rarität. Auf unserer Suche allerdings kamen wir an einer Murmelbahn vorbei, an der wir eben nicht vorbeikamen. In uns allen erwachte das Kind und wir ließen die Murmel auf den verschiedenen Bahnen rollen. Am Ende jeder Bahn war ein anderes klangerzeugendes Gerät angebracht, und wir setzten unseren ganzen Eifer darein, diesen auch zu "ermurmeln". Nachdem unser Spieltrieb auf diese Weise befriedigt war, fuhren wir mit der Rolltreppe zurück zum Ausgang und erhielten noch ein unerwartetes Dessert in Form eines kleinen Käse-Obst-Salates. Dieses wäre uns entgangen, wenn wir nur dem vorherigen Weg gefolgt wären. Erst der "Umweg" über die Spielwarenabteilung hatte uns dorthin geführt.

Wir amüsierten uns königlich über diese Synchronizitäten und begriffen schlagartig, dass wir nichts anderes als das GÄNSESPIEL gespielt hatten, allerdings auf eine lebendige Art und Weise, frei von Fallstricken und Dramen, sondern quasi "von Gans zu Gans springend", fröhlich, frei und unbeschwert.

Wieder einmal hatte es sich erwiesen, dass ein (scheinbar) verlorenes Potenzial nur den Weg frei machte für viele neue, die wir einfach auf unserem Weg einsammeln mussten. Es gibt keine Regeln mehr außer der, der Freude und Fröhlichkeit des eigenen Herzens zu folgen. Darin besteht in der heutigen Zeit die eigentliche Herausforderung, denn allenthalben versucht die alte Energie, uns auf subtilste Weise wieder in ihre Fänge zu locken.

Seien es die Templer, die Katharer, Freimauerer, Geheimdienste, Logen oder andere, sich geheim oder offen gebende Organisationen - sie alle sind in ihrer Rolle gefangen. Es sind unsere eigenen Brüder und Schwestern, die sich in unserer eigenen Nachfolge zur Aufgabe gemacht haben, Schätze materieller und geistiger Art zu bewahren und zu hüten. Solange sie in dieser Rolle verharren, solange wird sich für sie nichts ändern auf dieser Welt. Nur das Gefühl der Ohnmacht wird wachsen. Die Magie liegt nicht mehr in der Manipulation der Energien durch eine Wenige, sondern im (angst-)freien Strömenlassen durch das Herz der Menschen.
Das gilt für jeden einzelnen Menschen, ganz gleich, ob er sich dessen gewahr wird oder nicht. Es ist Zeit, die alten Rollen aufzugeben, die überkommenen Bezüge zu verlassen und sich zu öffnen für die Fülle, die Freude und die Leichtigkeit, die einem offenen Herzen entspringen wie lebendiges Wasser.

Wir sind da, wir kommen von anderen Ende her als die Wegbereiter und sind bereit, die innige Verbindung mit unserer eigenen Vergangenheit einzugehen zum höchsten Wohle aller! Nichts und niemand kann uns mehr aufhalten, zurückhalten oder stören. Alles dient uns, und jeder scheinbare Umweg führt zu einer Bereicherung unseres Lebensweges. Es gibt keine Fallstricke und Verstrickungen mehr, sondern nur noch Felder, auf denen wir von "Gans zu Gans hüpfen", ganz wie es in unseren persönlichen Schöpfungsplan hineinpasst.

Das ist es, was die ERLEUCHTUNG ausmacht. Sie ist nicht schlechthin das einzigartige, spektakuläre Erlebnis, das einen nach ewiger Meditation mit orgiastischer Freude der Welt enthebt. Das kann geschehen und ist tatsächlich grandios zu erleben, aber die wahre Erleuchtung wirkt auf das tägliche Leben, verändert den Alltag auf nie gekannte schöne Weise, fügt den überlieferten Banalitäten tausende strahlend bunte Facetten hinzu, läßt die Zeit und die äußeren Umstände bis zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen.


Von Gans zu Gans, ein neuer Tanz.


MEIN HERZENSDANK GILT ALLEN, DIE DIESEN TEXT VERBREITEN.


Licita Geppert
16.05.2009


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zuletzt bearbeitet 17.05.2009 13:01 | nach oben springen

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