DIE GOTIK, DAS WUNDER DER LIEBE UND DIE NEUE ERDE
Wieviel hat die Mystik uns heute noch zu sagen
Vor nunmehr 10 Jahren schrieb ich unter dem Pseudonym Maria Careg die folgende Rezension über ein Buch, welches mir damals höchst bedeutsam erschien. Ich fühlte darin eine Botschaft, die ich seinerzeit nicht wirklich zu deuten vermochte.
Ich wusste nur, sie drängte mit Macht in die Welt und ich wollte sie entschlüsseln.

„Möget Ihr eine sanfte Straße auf dem Weg nach Hause haben...“
Peter Dyckhoff: Albani. Das unerhörte Abenteuer.
Historischer Roman.
Steinkopf Verlag, Stuttgart 1998, 600 S.
Der Verlag rühmt dieses Buch als eine neue literarische Form, in der bislang unbekannte Fakten zu einer Art Roman verwoben werden. Wenn es auch nicht unbedingt das erste Buch dieser Art ist, so zählt es auf jeden Fall zu den Begründern eines neuen, hochinteressanten Trends in der Literaturentwicklung wie in der Geschichtsdarstellung. Und es ist ein wunderbarer Bericht über eine wundersame alte Handschrift.
St. Albans, in der Nähe von London gelegen, war das bedeutendste Kloster Englands und damit über Jahrhunderte das wichtigste geistige Zentrum und die größte kulturelle Einrichtung des Landes. Von hier gingen bedeutende Impulse für die Entwicklung der Kunst, der geistigen Diskussion, aber auch der Politik aus. Somit oblag den Benediktinern eine große Verantwortung. Sie mußten sich der Auseinandersetzung zwischen monastischem Ideal und weltlichen Aufgaben stellen und die Rolle des Klosters in der Gesellschaft definieren.
Die Albani genannte Handschrift ist ein Psalter, geschaffen von 1123 bis 1135 im Auftrage und unter Mitarbeit des Abtes Geoffrey de Gorham für die Einsiedlerin Christina von Markyate.
Wir schreiben das Jahr 1123. Abt Goeffrey de Gorham, einer der mächtigsten Kirchenmänner Englands, erteilt den Mönchen seines Skriptoriums und dem berühmten Alexis-Meister einen bedeutsamen Auftrag: Es soll ein Psalter geschaffen werden, schöner als alles je Dagewesene, kostbar in der Gestaltung, tiefgründig, menschlich und vergeistigt im Inhalt. Bestimmt war dieses Meisterwerk, an dessen Entstehung uns Peter Dyckhoff teilhaben läßt, für Christina von Markyate, eine weithin bekannte Einsiedlerin, Mystikerin und spätere Priorin.
Es fällt schwer, das Universum an geschichtlichen Fakten, geistigen Eingebungen, Verbindungen und Verstrickungen, menschlichen Beziehungen und göttlichen Fügungen in wenigen Worten zu umreißen oder gar zu würdigen. Was Dyckhoff auf 600 Seiten scheinbar mühelos und folgerichtig vor dem Leser ausbreitet, ist das Ergebnis langwieriger und schwieriger Forschungen in England und Deutschland, aber auch tiefgreifender Überlegungen und Erkenntnisse. Dem Priester Dyckhoff sind natürlich die theologischen Hintergründe einfacher zugänglich als dem „normalen“ Leser, aber in seiner trockenen, unsentimentalen und detailversessenen Art bringt er sie uns nahe.
Es liest sich so simpel, und es kommt dennoch einer Revolution gleich: Ein Abt widmet einer Einsiedlerin einen Psalter! Wann hat es das je gegeben... Mystiker lebten zu allen Zeiten, aber daß sie neben der Liebe zu Gott auch noch eine irdische - menschliche - Liebe zuließen, das ist außergewöhnlich. Selbst im Jahrhundert des Mönches Pierre Abaelard und seiner geliebten Nonne Héloise erscheint dieser Vorgang eine Unmöglichkeit. Und derselbe Abt verfaßt auch noch eine Biographie der bewunderswerten Christina von Markyate. Der Autor schöpft aus dieser und auch zahlreichen anderen Quellen, um die Lebensgeschichten dieser beiden herausragenden Persönlichkeiten vor uns auszubreiten, miteinander zu verflechten und in den historischen Rahmen einzufügen.
Es liest sich wie ein Evangelium, und Dyckhoff ist der Evangelist.
Christina war seit ihrer frühen Jugend fest entschlossen, ihr Leben ehelos zu verbringen und ihre Kraft Gott und den Menschen zu weihen. Was sie durchleiden mußte, um diesen Entschluß gegen den Willen ihrer Familie, ihres zwangsangetrauten Ehemannes und verfeindeter Kleriker durchzusetzen, mutet schier unmenschlich an und kostete sie viel Kraft und Gesundheit. Christina war vom Glauben durchdrungen, ohne fanatisch zu sein und ohne jede Frömmelei. Sie war eine wirklich erleuchtete Frau und erlangte durch ihre Nähe zu Gott und durch ihre Willensstärke große Bedeutung für Abt Geoffrey, aber auch weit über den engen Rahmen des Klosters hinaus.
Der Weg Geoffrey de Gorhams ins Kloster war gänzlich anders geartet. Bevor er nach England kam, war der gebürtige Normanne bereits in jungen Jahren auf dem Festland ein bedeutender Gelehrter. Nie hatte er beabsichtigt, ein Leben in Keuschheit und Gehorsam zu führen. Als dann aber widrige Umstände nicht nur den Antritt seiner Stelle als Lehrer in der Klosterschule von St. Albans verhinderten, sondern auch noch (ohne sein Verschulden) zur Vernichtung von wertvollen, ihm anvertrauten Klosterschätzen führten, wandelte sich sein anfänglicher Schuldkomplex in die Erkenntnis, dies als Zeichen Gottes zu betrachten und ihm fortan zu dienen. Durch seine hohe geistige Bildung und seine erfolgreiche Arbeit als Prior und dann als Abt entfernte sich Geoffrey jedoch mit der Zeit von der Gemeinschaft, der er vorstand.
Erst Christina, für die er vor ihrer Bekanntschaft nur milde Herablassung übrig gehabt hatte, machte ihm unaufdringlich und einfühlsam seinen Platz und seine Aufgabe in dieser Gemeinschaft bewußt. Von ihrem ersten Gespräch an vertraute Abt Geoffrey der Einsiedlerin rückhaltlos, und schon bald wurde sie zu seiner unentbehrlichen Beraterin, mehr noch, sie half ihm seine Last zu tragen. Auch Christina wuchs in diesen Gesprächen, und zwischen beiden sollte sich eine Liebesbeziehung entwickeln, die aus christlicher Sicht völlig rein blieb bis zum Tode Geoffreys im Jahre 1146, denn nur so ist es erklärbar, daß diese innige Liebe und Verbundenheit allen Anfeindungen und Verleumdungen standhalten und sie unbeschadet überstehen konnte. Sie widerstanden der fleischlichen Lust und erlagen doch der Liebe. Einziges Zugeständnis ihrer Vertrautheit waren die Kosenamen, die sie einander gaben: Sie nannte ihn „Beloved“ (Liebster) und er sie „Puella“ (Mädchen). Aus dieser geistig so fruchtbaren Beziehung sollte als sinnbildlicher Ausdruck der Albani-Kodex hervorgehen, der nach Psalmen auch ein Kalendarium und von Geoffrey sorgfältig ausgewählte geistliche oder andere bedeutungsvolle Texte enthält.
Das ganze Kloster nahm Anteil an seiner Entstehung. Die Illumination der Texte wurde für den damals schon berühmten Alexis-Meister zu einer Herausforderung. Zum erstenmal wurde mir die geistige Dimension dieser für heutiges Verständnis recht einfach wirkenden Miniaturen in ihrer ganzen Größe bewußt. Hier wurde nicht nur ein neuer Malstil geschaffen, eine neue Bildsprache, sondern jedes Bild enthält sowohl eine menschliche als auch eine religiöse Botschaft.
Dyckhoff läßt uns den Schaffensprozeß verfolgen und lädt uns zu Deutungen ein, die sich ohne seine Erklärungen und sein sanftes Hinführen nie erschlossen hätten. Zu bedauern ist hierbei nur, daß die Abbildungen ausnahmslos in schwarzweiß gehalten sind, so daß die Phantasie bemüht werden muß, was allerdings nicht schwerfällt. So entstehen vor dem geistigen Auge die Miniaturen zu unvergleichlichen Meisterwerken.
So detailverliebt Dyckhoff in seiner Beschreibung ihres Lebens und der Schilderung alltäglicher Vorgänge - die immerhin von der Pergamentherstellung bis hin zur intimsten Körperpflege reichen - auch ist, so überzeugend ist er jedoch auch in der Lage, große historische Bögen zu spannen. Das Geschichtspanorama, das er für das Verständnis der Entstehung und des weiteren Verbleibs des Psalters der Christina von Markyate entwirft, umfaßt den Zeitraum von 1066 (Sieg Wilhelm des Eroberers bei Hastings) bis in die unmittelbare Gegenwart. Er liefert damit einen lebendigen Crashkurs in englischer Geschichte. Nach Auflösung der Klöster unter Heinrich VIII. schließlich gelangte der Psalter nach Deutschland, wo er sich auch heute noch befindet: in St. Godehard in Hildesheim. Bis zum heutigen Tag hatte er allerdings abenteuerliche Verwicklungen - Reisen, Kriege, Überfälle - zu überstehen, aus denen er jedesmal wie durch ein Wunder unversehrt hervorging.
Wenn Dyckhoff schreibt, daß der Albani-Psalter die Menschen veränderte, die ihn lasen, so weckt sein Buch mindestens die Sehnsucht, dieses Wunder selbst zu erfahren. Und so ist der Untertitel im eigentlichen Wortsinn falsch, denn jene, über die in diesem Buch berichtet wird, wurden erhört - von dem Gott, für den sie lebten. Die Geschichte jedoch, die sich um die Einsiedlerin, Mystikerin und Priorin Christina von Markyate und Abt Geoffrey de Gorham entwickelt, ist aberwitzig, spannend, faszinierend und schier unglaublich - eben unerhört.
Eine Rezension von Maria Careg
Berliner LeseZeichen, Ausgabe 6/99 (c) Edition Luisenstadt, 1999
http://www.luise-berlin.de

Mit jeder Seite die ich las, nahm meine Sehnsucht zu. Ich kann es heute noch zwischen den Zeilen meiner damaligen Besprechung wahrnehmen. Ich liebte den Roman, ich liebte die Menschen, von denen er handelte und alle, die damit zu tun gehabt hatten, ich liebte den Psalter. Immer hatte ich dabei das intensive Gefühl, es hätte etwas mit mir selbst zu tun. Was dies sein könnte, vermochte ich damals nur im Sinne einer "karmischen" Verbindung zu deuten, aber das war keine ausreichende Erklärung.
In diesen zehn Jahren, die zwischen dem Roman und heute liegen, ist ungeheuer viel geschehen
Die erste, spontane Wirkung war, dass sich der Autor, Peter Dyckhoff, bei mir meldete. Mit ihm verbindet mich seitdem eine herzliche Beziehung. Er hatte etwas in mir ausgelöst, einen Schlüssel herumgedreht oder auch nur die Tür gezeigt. Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall war das nächste, was geschah, und was sich für mich erst jetzt in den Zusammenhang von ALBANI einreiht, der Beginn meines Erwachens-Prozesses, der auch immer wieder von Christen begleitet wurde, die aus dem Glauben an Gott heraustreten und zur Annahme ihrer Schöpfermacht gelangen wollten.
Mein Wunsch sollte erhört werden,
den ich damals so unschuldig im letzten Absatz der Rezension aussprach:
"Wenn Dyckhoff schreibt, daß der Albani-Psalter die Menschen veränderte,
die ihn lasen, so weckt sein Buch mindestens die Sehnsucht, dieses Wunder selbst zu erfahren."
Ich kann es selbst kaum fassen, wie sehr ich mich seitdem verändert habe.
Nichts ist mehr wie vordem.
Mein Leben ist ein anderes.
Ich selbst bin eine andere.
ICH BIN SCHÖPFER.
Und ich habe das Wunder der Liebe zum zweitenmal erfahren:
Das Wunder der Liebe zu sich selbst.
Das Wunder der Heiligen Vereinigung der eigenen männlichen und weiblichen Anteile.
Die Verschmelzung all dessen was ICH BIN mit all jenem was ICH NICHT BIN.
So, wie die Heiligen Drei Könige einst dem Stern am Himmel folgten,
so bin ich der Spur eines Leuchtens gefolgt, die im Aussen begann
und zu mir selbst zurückführte.
Der Stern erstrahlt in meinem Innern.
Wie sehr habe ich mich dadurch gewandelt.
Ich lebe jeden Augenblick meines integrierten Seins im Schöpfer-Bewusstsein.
Diese intensive Erfahrung teile ich mit den Felix-Freunden.
Es geht sogar soweit, dass hellsichtige Menschen abwechselnd
einen Mann und eine Frau in derselben Person erblicken, wenn sie jemanden von uns treffen.
Der Hieros gamos, die chymische Hochzeit in uns ist vollzogen und inzwischen für andere wahrnehmbar
Dies ist für mich im Nachhinein die eigentliche Botschaft des Buches, die später die Grundlage für Romane und Thriller von "Sakrileg" von Dan Brown bis "Das Jesus-Testament" von Kathleen MacGowan bilden sollte.
Die Trennung und Polarisierung hatte damals wie heute schließlich nicht nur die Kirche heimgesucht, sondern die gesamte menschliche Gesellschaft. Nichts und niemand hatte sich ihr vollständig entziehen können.
Die Gegensätze in der Gesellschaft begannen, plastisch hervorzutreten, die Abgrenzungen wurden deutlicher. Alles fand sein Gegengewicht. Sämtliche dieser Themen wirken bis in die Gegenwart nach.
Heute erleben wir das Ende eines Zeitalters, das zur Entstehungszeit des Albani-Psalters begonnen hatte und mit dem Roman Dyckhoffs Abschluss und Wiedergeburt erfuhr.
Hätten wir jemals geahnt, dass beinahe zehn Jahre vergehen müssten, bis unser Wunsch, die alte Welt hinter uns zu lassen, materielle Substanz erlangen würde, hätten wir diesen Weg nicht gehen können.
Wir folgten stattdessen immer der goldenen Regel:
Wenn du etwas erschaffen willst, musst du dich so verhalten, als wäre es schon Wirklichkeit.
Daran hielten wir uns auch in den dunklen Phasen, in denen wir nicht weiter wussten, weil alles stillzustehen schien. Nur so sind konnten wir an den heutigen Punkt gelangen, wo wir das Tor zur neuen Dimension bereits durchschritten haben.
So ist es schließlich nur folgerichtig, dass mein Wunsch, den Albani-Psalter einmal im Original sehen zu dürfen, nun ebenfalls erhört wurde. Dazu musste ich jedoch warten, bis ich selbst ganz und gar die geworden war, die ich sein wollte: integriert und vollkommen, in steter Ausweitung begriffen, abenteuerlustig und entdeckungsfreudig, voll Gestaltungswillen.
Voller Erwartung besuchten wir jetzt in Hildesheim die noch bis Januar 2010 andauernde Ausstellung:
Der Albani-Psalter
Gottesfurcht und Leidenschaft
In dieser gelungenen Präsentation wird der Psalter in einzelnen Blättern gezeigt,
so dass man viele der wundervollen Illuminationen bestaunen kann.
Hildesheim hat eine ganz eigene Energie.
Als wir ankamen, nahmen wir nur die wabernden dichten Energien der alten Welt wahr.
Aber Felix und unsere Lichtgeschwister hatten für zünftige Begrüßung gesorgt.
Es empfingen uns Autos mit solchen Nummern wie:
Hi .. 777 ... Hi CC 8888 ... Hi CM 555 ... Hi ET 5555
Es gab durchaus noch weitere, nicht notierte, und zum Abschied einen Bus nach HIMMELSTÜR!
Nachdem wir also innerlich dieses Dickicht der alten Energien durchdrungen hatten, fanden wir Orte, von denen ein überirdischer Frieden ausging. Es war mit nichts zu vergleichen, was wir bisher kannten. Einer dieser Orte war der Innenhof des Doms mit Kreuzgang und dem Tausendjährigen Rosenstock.
Im angrenzenden Dom-Museum war der Psalter ausgestellt, begleitet von eingängigen Erklärungen zur Technik der Pergament- und Tinten-Herstellung und natürlich zur Entstehungsgeschichte des Buches. Letztere konnten nur einen winzigen Bruchteil dessen vermitteln, was der Roman Peter Dyckhoffs beschrieben hatte, aber sie riefen vieles wieder in Erinnerung.
Aus Spaß an der Freude hatten unsere himmlischen Freunde vor die Fassade des Doms ein Blatt in die Luft gehängt, vermutlich an einem unsichtbaren Spinnwebfaden, der selbst bei stärkerem Wind nicht abriss.
Das Blatt tanzte und schwebte vor unseren Augen auf und nieder, hin und her, und ging aus jedem Windstoß und Blätterwirbel unversehrt hervor. Dies mag symbolhaft für die Botschaft des Psalters gelten.
Die Gotik veränderte das Antlitz der Erde
Wie immer in unserem Leben geschieht das eine nicht ohne das andere. In der vorangegangenen Woche hatten wir die Ausstellung zu KAISER OTTO IV. besucht, die sehr nachdrücklich erkennen ließ, wie der Welfe Otto IV. und der Staufer Philipp von Schwaben als zwei Energiehalter den Zeit-Raum zwischen dem Tod König Heinrichs und der Thronbesteigung Kaiser Friedrichs II. füllen mussten. Friedrich II. ging als STUPOR MUNDI - "Staunen der Welt" - in die Annalen der Geschichte ein und gilt als erster moderner Herrscher auf dem Thron. Diese Epoche folgte auf Albani, dessen Entstehung in den Beginn der Gotik fiel.
"Friedrich II. war '...das Ungeheuer, das sich aus dem Meere mit vielen lästernden Namen emporhebt und mit der Pranken des Bären und dem Schlund des Löwen wütet und, die anderen Glieder als Leopard gestaltet, seinen Maul aufreißt, den Heiligen Namen beleidigt und die Lanze gegen das Tabernakel Gottes und gegen die Heiligen schwingt, die den Himmel bewohnen...' wie ihn Papst Gregor IX sehen wollte, oder 'der vom Gott gesandete Retter, der Fürst des Friedens, der Kaiser und Messias', wie ihn Pier delle Vigne, sein großer Justizbeamte sah, zu den Mysterien des Orients eingeweiht?"
Quelle: http://www.stupormundi.it/tedesco/Federico-IId.html
Die Gotik brachte der Welt viele bis heute unerklärliche Neuerungen, die zusammengefasst in einer ebenfalls sehr gelungenen Ausstellung anschaulich werden:
Aufbruch in die Gotik
Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit
Wir verbanden den Besuch dieser Ausstellung mit dem Besuch in Hildesheim,
denn es passte sowohl geografisch-fahrplanmäßig als auch thematisch sehr gut zu Albani.
Mir flog auf der Heimreise von Hildesheim bei einem Zwischenhalt die Zeitschrift Tattva Viveka zu, die sich ebenfalls mit passenden Themen beschäftigt. Es gehört in den Themenkreis ALBANI ebenso wie zu dem Buch "Das Jesus-Testament" und zur Gotik-Ausstellung in Magdeburg, zu der wir unterwegs waren. In einem Artikel wird unter anderem sehr ausführlich über die Kathedrale von Chartres berichtet.
Die Gotik ist gekennzeichnet durch eine Erweiterung des Gesichtskreises in jeder Hinsicht.
Das dumpfe Mittelalter wurde aufgebrochen und belebt.
Die europäische Welt veränderte sich nachhaltig.
Überall erwachte Vielfalt.
Städte, Bürgertum, Kirche und Adel grenzten sich stärker gegeneinander ab
und schufen eigene Lebens-Kreise.
Mit der Intensivierung der Geldwirtschaft und dem Prunk in ihrem Gefolge, kam es zur Gründung der Bettelorden, die die Armut idealisierten. Damals war dies von balancierender Bedeutung; heute ist es manches Mal eine schwere Last, die abgestreift werden muss, will man die Fülle leben.
Die Scholastik erweiterte die Wissensaufnahme, indem sie Frage-Antwort-Diskussionen ermöglichte.
Wissen wurde - natürlich im Sinne des Machterhalts - verbreitet.
In der Gotik-Ausstellung gab es interessante Dinge zu besichtigen, zum Beispiel zwei Glocken - eine in der heute bekannten volltönenden Glocken-Form, die andere in der alten Bienenkorb-Form, wie ich sie bisher nur von der japanischen Friedensglocke im Friedrichshain in Berlin kenne.
Die neue Glockenform ermöglichte ein viel breiteres Klangspektrum,
weil sie nahezu alle Frequenzen umfasst.
Dies war symbolhaft für die neue Epoche der Gotik.
So wie die Mehrstimmigkeit in der Musik Einzug hielt und die Menschen in Erstaunen versetzte, so strebten nun statt der gedrungenen Kirchen mit dicken Wänden luftige Kathedralen gen Himmel, die Fenster mit filigranem Maßwerk verziert und bisweilen mit ungewöhnlicher Symbolik geschmückt.
Sie sind besonders häufig in Frankreich den weiblichen Energien gewidmet (Notre Dame).
Überliefertes ur-christliches Wissen fand seinen verklausulierten Ausdruck:
Der Heilige Geist ist weiblich.
Diese Erkenntnis dürfte ein Auslöser für die Gotik gewesen sein und findet sich verschlüsselt in der Kathedrale von Chartres wieder, ebenso wie vielfältige Hinweise darauf, dass im Urchristentum niemals eine Verleugnung des Weiblichen stattgefunden hatte. Auch auf das Jesus-Testament wird möglicherweise hingewiesen, also die eigenhändige Überlieferung der Lehren Yeshuas durch ihn selbst. Jedenfalls ist das eine der Schlussfolgerungen von Kathleen McGowan in "Das Jesus-Testament". Aber auch in der genannten Zeitschrift Tattva Viveka - Ausgabe September 2009 - wird in zwei eigenständigen Artikeln darauf eingegangen.
Die Symbolik des Tympanon der Kathedrale von Chartres fand ich übrigens auf dem Einband einer Handschrift wieder, die in Magdeburg als Faksimile auslag (ich habe leider versäumt, den Titel zu notieren):
Yeshua hält ein geschlossenes Buch in der Hand.
Die Evangelisten werden entsprechend ihres "Erleuchtungsgrades" dargestellt:
Lukas als Stier, in der Umkehr begriffen, Markus der Löwe ebenso.
Matthäus als Engel und Johannes als Adler, der seinen Blick bereits der Sonne zugewendet hat.
Das Leben als Gesamtkunstwerk
So verbanden sich - wie in der Gotik selbst - die einzelnen Elemente unserer Reise zu einem großen Gesamtkunstwerk, das die historischen Ereignisse und das aktuelle irdische Geschehen mit den spirituellen Überlieferungen in Einklang brachte. Immer wieder wurde deutlich, wie langfristig der heutige Transformationsprozess der Menschheit und der Erde angelegt war, wie die Samen des Christus-Bewusstseins, die schon lange vor dessen Erscheinen gelegt worden waren, zu Keimlingen heranwuchsen, die in der beabsichtigten Dunkelheit der menschlichen Abgründe sorgsam gehegt und gepflegt worden waren.
Als ich schließlich vor den Vitrinen stand, in welchen die einzelnen Blätter des Albani-Psalters im Halbdunkel ausgelegt waren, überkamen mich ganz eigene Empfindungen.
Ich fühlte sehr genau die besondere Ausstrahlung dieser Handschrift, die einzigartig und unvergleichlich ist. Da wir am darauf folgenden Tag in Magdeburg die Gotik-Ausstellung besichtigten, hatten wir den Vorzug, noch Dutzende weitere Handschriften anschauen zu dürfen. Keine einzige hatte diese Energie der wahren menschlichen und göttlichen Liebe.
Jede Handschrift war auf ihre Weise großartig und besonders, aber keine so von Spirit durchdrungen wie Albani.
Ich nahm die Sehnsucht und Liebe war, die zu den grundlegenden Intentionen der Herstellung dieses Psalters gehört hatten. Ich nahm das Bemühen Abt Geoffreys wahr, Christina ein ebenso angemessenes wie unanfechtbares Geschenk zu verehren, das seinem Sinn für Prachtentfaltung ebenso entsprach wie der Kostbarkeit ihrer beider Liebe zueinander und ihren religiösen Idealen. Ich erlebte nach, wie die Gespräche mit Christina ihn veranlassten, dem Psalter neue Elemente hinzuzufügen.
Der Psalter weist daher deutliche Brüche in seiner Gestaltung auf, die durch Änderungen des Konzeptes entstanden waren. Auch wurde er von mehreren Künstlern gestaltet. Alle seine Bilder weisen eine große Lebendigkeit und Frische auf.
Wenn man bedenkt, dass ein solches Buch immer eine ganze Tierherde repräsentiert (ein Bogen Pergament entspricht meist der Haut eines Tieres), dann wird einem auch deutlich, was für einen unglaublichen materiellen Reichtum dieses Buch bedeutete.
Welch beglückendes Erlebnis war es für mich, wenigstens in der ausliegenden Faksimile-Ausgabe des Faksimile Verlags Luzern blättern zu dürfen, einem Kunstwerk von eigenem Rang. Selbst darin waren noch die verwobenen Energien der beiden Liebenden zu fühlen.
Zweifellos war ihnen beiden bewusst, dass das lustvolle Ausleben ihrer Liebe zu großen Verwicklungen und Verstrickungen geführt hätte. Sie wären möglicherweise von ihrem eigentlichen Ziel abgelenkt worden. Durch ihre Entsagung war es ihnen in jener Zeit möglich, die Energien des anderen weitestgehend in ihr Leben zu integrieren und fruchtbar werden zu lassen. Ihr Sehnen konnte damals nicht erfüllt werden, wohl aber konnten sie ein erfülltes Leben miteinander und mit Gott teilen.
Für mich war es nunmehr eine Wiederbegegnung mit meinen eigenen Aspekten,
die mir eine wichtige Botschaft übermittelt hatten.
Der Geist von Albani lebt weiter.
Den Felix-Freunden erschienen Michael und ich zum ersten Treffen nach dieser Erfahrung sehr verändert. Sie hatten nichts vom Inhalt unserer Reise gewusst und dennoch sofort neue Energien wahrgenommen.
Sie fanden uns weiter verjüngt und weicher, sanfter, reiner.
Nach unserem Bericht über die Zusammenhänge waren wir alle uns einig,
dass dies den Auswirkungen unserer Reise zu Albani zuzuschreiben sei.
Der Kreis hat sich - nicht geschlossen, sondern in eine Spirale geöffnet, die in eine Neue Erde führt.
Inzwischen ist die Christussaat auch im institutionalisierten Christentum aufgegangen, wie wir bei einem Treffen zur Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche freudvoll erleben durften. Dies erscheint mir besonders symbolisch, sind doch Licht- und Dunkelheit an diesem Tage vollkommen ausgeglichen.
Jetzt ist die Zeit gekommen, alles wieder miteinander auszusöhnen, zu verbinden und zum höchsten Wohle aller erblühen zu lassen.
Die Mysterien kehren in das Bewusstsein zurück und verlangen nach Ausdruck in Neuer Energie.
Wir sind aus den Fußstapfen unserer Vorgänger herausgetreten, um ihr Sehnen nach einer besseren, erleuchteten Welt zu verwirklichen und auf neue Weise zu erfüllen.
So wie sie nach Reinheit der Liebe strebten, so ist für uns die innere Reinheit und Klarheit oberstes Schöpfungsgebot der Neuen Erde, die wir EDEN 5000 genannt haben.
Ist es ein un-erhörtes Abenteuer?
Wir sind erhört worden. Alle.
Die Stimme in uns ist laut und deutlich vernehmbar.
Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Wir folgen unserem inneren Stern, der uns in neue Weiten führt.
Licita Geppert
Geschrieben am 22.09.2009 zur Tag-und-Nacht-Gleiche
Veröffentlicht am 27.09.2009, einem 9-9-9/11-Portal
Post Scriptum:
Erst nachdem ich diesen Text verfasst hatte, hörte ich mir die Aufzeichnung
des Monats-Shoud September vom Crimson Circle an.
Adamus sprach darin über die neuen Schöpfer-Energien, über die alten Mysterien und wie wir deren Potenziale wieder entdecken, um sie unter neuen Aspekten in unsere Schöpfung einfließen zu lassen.
Alles das entspricht genau meinem Wissen und Erleben, auch im Zusammenhang mit Albani, ich hätte es nicht besser ausdrücken können.
"Es geht darum, Experimentierender zu sein.
Es geht darum, Vergangenheit aufzudecken,
Zukunft zu öffnen, um das Erleben im Hier und Jetzt."
Crimson Circle - Meister Serie:
SHOUD 1: "Jeder Schritt des Weges"
Präsentiert am 5. September 2009
http://www.to-be-us.de
Biosystem3000 EDEN PROJECT
http://biosystem3000.homepage24.de/
EDEN 5000
Aufruf an alle Kosmischen Menschen
http://eden5000.npage.de
Informationen zu den erwähnten Ausstellungen, Zeitschriften etc:
Peter Dyckhoff: Albani. Das unerhörte Abenteuer.
Steinkopf Verlag, Stuttgart 1998, 600 S.
Der Roman ist in dieser Ausgabe im Buchhandel und Internet erhältlich.
Die Taschenbuch-Ausgabe des Fischer-Verlages ist vergriffen
Ausstellung
Gottesfurcht und Leidenschaft. Der Albani-Psalter
http://www.albani-psalter.de
Abbildungen:
http://www.albani-psalter.de/presse.html
Der Albani-Psalter
http://de.wikipedia.org/wiki/Albani-Psalter
Faksimile Verlag Luzern
http://www.faksimile.ch
Ausstellung:
Aufbruch in die Gotik
Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit
http://www.gotik2009.de/
Im folgenden Text habe ich mich bereits auf das Buch "Das Jesus-Testament" bezogen
VOM EGO ZUM ICH BIN
VON DER GRUPPE ZUM GEMEINSCHAFTSBEWUSSTSEIN
http://138258.homepagemodules.de/t339f2-...UM-ICH-BIN.html
Tattva Viveka 092009
http://www.tattva-viveka.de/index.php?rubrik=01&loc=40
"Dr. Christa Mulack –
Lernte Jesus von den Frauen? Die Botschaft Jesu und ihr ursprünglicher Hintergrund
Die Theologin Christa Mulack wirft hier einen konsequent feministischen Blick auf die Wirkungsgeschichte Jesu. Ihre Lesart der Bibel arbeitet die weiblichen Werte heraus, die Jesus vertrat, und zeigt, wie Jesus in vielfältigen Beziehungen zu Frauen stand. In wichtigen theologischen Kategorien wie dem Reich Gottes, den Elohim und Eva sieht Mulack matriarchale Einflüsse. So plädiert sie für eine Thealogie (mit »a«), die umfassender als die herkömmliche patriarchale Theologie ist.
+
Dipl. Psych. Gisela Belloff –
Die Kathedrale von Chartres. Spirituelle Evolution über die Jahrhunderte
Man kann den Eindruck gewinnen, dass wir in einer Phase des Aufbruchs leben, die sich sehr von früheren Zeiten unterscheidet. Aber wir sollten uns nicht täuschen. Es hat immer schon eigenständige Denker gegeben. Auch zum Beispiel im »finsteren Mittelalter« gab es Orte, an denen man sich nicht von römisch-fundamentalistischen Begrenzungen einengen ließ, sondern eine evolutionäre, nicht ausgrenzende Spiritualität lebte. Ein solcher Ort ist Chartres, südwestlich von Paris."
Abbildung des Albani-Psalters: Heilige Drei Könige
Foto gemeinfrei
Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?titl...=20090119172940